Johannes H.E. Koch

Johannes H.E. Koch

wurde 1918 in Groß-Börnecke, Bez. Magdeburg (Sachsen-Anhalt) geboren. Aufgewachsen in Leipzig, wurde er Mitglied des Thomanerchores und studierte bis zum Kriegsausbruch am Kirchenmusikalischen Institut der Hochschule. Seine Lehrer waren u.a. Karl Straube, Karl Hoyer, Hermann Ernst Koch (sein Vater) und Johann Nep. David. Nach Rückkehr aus Kriegsdienst und Gefangenschaft ab 1948 Studien an der Musik- akademie Detmold bei Kurt Thomas und Günter Bialas (Komposition) Als Mitarbeiter von Prof. Wilhelm Ehmann wirkte er beim Aufbau der Westfäl. Landeskirchenmusikschule mit und war dort als Lehrer für Tonsatz und Komposition tätig. In Herford war er als praktischer Kirchenmusiker 25 Jahre Kantor und Bläserchorleiter an der St.Marien-Kirche Stiftberg mit der Gemeindearbeit verbunden. Seine meist für die musikalische Praxis erstellten Werke, mancherlei Formen der Vokal- und Instrumentalmusik wurden im Bärenreiter-, Carus-(Hänssler-), Lienau-, Möseler- und Schott-Verlag zur Drucklegung angenommen. Auch liegen Schallplatten- aufnahmen mit Chor und Bläsermusiken vor. Davon sind besonders seine Chor- und Bläser-Oratorien zu erwähnen.
"Die Bergrede" (Ev.Kirchentag 1969); Aktion:"Komm Geist der Hoffnung, der Liebe und des Friedens" (Detmold 1975) und die MC "Daniel" sinfonia sacra (Ev.Kirchentag 1981).
In seinen Werken, die in den letzten Jahren hervorgetreten sind, wird eine bevorzugte Beschäftigung mit Klang-Raum-Problemen auch unter Einbeziehung technischer Medien und Elektronik deutlich. Seine stilistische Position wird darin umrissen, dass er immer wieder das Anliegen zu verwirklichen sucht, eine Brückenbildung von komplizierten, professionellen Musizierformen zur Muiskausübung von Laien und Liebhabern als Aufgabenstellung neuer Kompositionen zu erreichen. Diese Bestrebungen wurden erkennbar in einer jahrelangen fruchtbaren Zusammenarbeit mit Musikern der Nord-West- deutschen Philharmonie, Herford und gipfelten in der Uraufführung der “Sinfonische Episoden” für großes Orchester in Herford. Zahlreiche Rundfunkproduktionen konnten realisiert werden. Seine allgemein musikpädagogischen Aktivitäten traten in den “Offenen Singen” im WDR und in Schulkonzerten der Bläservereinigung der NWD-Phliharmonie hervor.
Nach Erreichen des Ruhestandalters verstärkte kompositorische Aktivitäten durch Zusammenarbeit mit dem CARMINA Musikverlag Hamburg.
2000 wurde ihm in Anerkennung seines Lebenswerkes als Komponist, Kirchenmusiker und Musikpädagoge das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen